Die SPD-Mariendorf trauert um Ulrich Kledzig 1927 – 2021

Veröffentlicht am 21.02.2021 in Abteilung

 

Am 25.01.2021 verstarb unser langjähriger Genosse Professor Ulrich-Johannes Kledzig OBE. Mit ihm verliert die Berliner SPD einen großen Bildungsexperten und Vordenker der Schulreformen der 60er und 70er Jahre.

 

Die Etablierung von Gesamtschulen in Berlin, die Verlängerung der Pflichtschulzeit bis zur 10. Klasse und besonders die Einführung des Schulfaches Arbeitslehre sind mit seinem Namen verbunden. Auch erwarb er sich große Verdienste um die Förderung des Englisch-Unterrichtes auch jenseits von Gymnasien und die Nutzung neuer Medien namentlich des Schulfernsehens im Unterricht. Dinge also, die heute selbstverständlich erscheinen.

 

Ulrich wurde am 22.12.1927 in Meseritz geboren. Als Jugendlicher erlebte er die Schrecken des Zweiten Weltkrieges. Er studierte ab 1946 Pädagogik, Soziologie, Geschichte, Kunstgeschichte und Anglistik an der neu gegründeten Pädagogischen Hochschule Berlin sowie den Universitäten von Illinois und Texas. 1960 wurde er Leiter der Ernst-Reuter-Oberschule in Berlin-Gesundbrunnen. Von 1963 bis 1990 war Kledzig Oberschulrat beim Senator für Schulwesen in Berlin und zudem seit 1969 Honorarprofessor der Pädagogischen Hochschule Berlin bzw. später der Technischen Universität Berlin. Zudem konnte er auf 20 Buchveröffentlichungen zurückblicken.1988 bekam er für seine Arbeit das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

 

Er war einer der großen Bildungsreformer in Deutschland. Darüber hinaus aber auch international tätig. So hielt er im Auftrag der Weltlehrerorganisation WCOTP Anfang der 1960er Jahre Vorträge in Südamerika und Westafrika. Seit 1985 war er Fellow der University of London. 1998 wurde er in Anerkennung seiner Arbeit im Bildungswesen und der Förderung der englischen Sprache im Ausland in den Most Exellent Order of the British Empire im Range eines Officers (OBE) aufgenommen.

 

Auch im Ruhestand blieb er sehr aktiv. So hielt er weiterhin Vorlesungen an der TU Berlin und war unter anderem Sprecher des Kreidekreises Berliner Schulpädagogen, Gründungsvorsitzender von Praktisches Lernen und Schule e.V. und Kurator in der Christlich-Jüdischen Gesellschaft Berlin.

 

Seiner Mariendorfer SPD ist er stets verbunden geblieben.Mit seinem Rat und seiner Haltung hat er unsere Arbeit und unser Parteileben außerordentlich bereichert.

 

Bis zu seinem Tod war Ulrich Kledzig 62 Jahre lang Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Mit ihm verlieren wir einen langjährigen Freund und Genossen. Er wurde in der vergangenen Woche auf dem St.-Matthias-Friedhof in Tempelhof bestattet.

 

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.

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