Gedenken und nicht vergessen: Eva-Maria Buch

Veröffentlicht am 31.01.2021 in Abteilung

Wir erinnern heute an Eva-Maria Buch unter Corona-Bedingungen.

Heute, am Sonntag, d. 31. Januar 2021

gedenken wir, die Initiative Stolpersteine an der B 96 e.V und die SPD-Abt. Mariendorf hier vor dem Haus Hochfeiler Weg 23a an Eva-Maria Buch, die an diesem Tage 100 Jahre alt geworden wäre.

Seit Mitte der 30er Jahre wohnte die Familie Buch im Haus Hochfeiler Weg 23, heute 23 a. Eva-Maria wurde von ihrem katholischen Elternhaus geprägt und im Geiste der Achtung vor jedem Menschenleben erzogen. Ihr Abitur konnte sie aufgrund der von den Nazis verfügen Schließung der katholischen St.-Ursula-Schule im Jahr 1939 nicht ablegen. Ihren Berufswunsch Dolmetscherin zu werden, versuchte sie sich über eine Ausbildung an der Auslandswissenschaftlichen Fakultät der Berliner Universität zu erfüllen. Nebenbei arbeitete sie in einer Buchhandlung in Berlin-Mitte, wo die Begegnung mit dem Antiquar Wilhelm Guddorf ihr Leben veränderte. Eva-Maria Buch schloss sich dem Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur an und arbeite illegal für die Widerstandsgruppe Schulze-Boysen/Harnack.

Sie übersetzte Aufrufe und Flugblätter ins Französische, die an ausländische Zwangsarbeiter in Rüstungsbetrieben verteilt wurden. Obwohl ihre Eltern mit ihrer illegalen Arbeit nicht einverstanden waren, setzte sie sich über deren Bedenken hinweg. Aus Überzeugung, so erklärte sie einer Freundin, sei es ihr ein Herzensbedürfnis etwas gegen die faschistische Diktatur zu unternehmen.

Am 11. Oktober 1942 wurde Eva-Maria Buch hier in ihrem Wohnhaus von der Gestapo verhaftet und drei Tage unter bewachten Hausarrest gestellt, bevor sie ins Polizeipräsidium am Alexander Platz gebracht wurde. Im Prozess vor dem Reichskriegsgericht vom 1. bis 3. Februar 1943 stellte sie sich verbal schützend vor andere Mitangeklagte. Auf die Frage des Anklägers vor Gericht: „Ob sie ihre Freunde zur Anzeige gebracht hätte, wenn sie ihre staatsfeindlichen Aktionen erkannt hätte?“, sagte sie: „Nein, dann wäre ich so niederträchtig und verdorben, wie sie mich hinstellen möchten.“

Am letzten Verhandlungstag wurde Eva-Maria Buch zum Tode verurteilt. In der Urteilsbegründung hieß es: „sie habe die Verschlagenheit einer Katholikin und die Staatsfeindlichkeit einer Kommunistin gezeigt“. Ihr Gnadengesuch wurde von Hitler persönlich abgelehnt. 22-jährig wurde Eva-Maria Buch am 5. August 1943 im Gefängnis Plötzensee hingerichtet.

Ihr blieb verwehrt, was uns selbstverständlich erscheint. Ein Leben in Freiheit, Demokratie und Frieden!

Wir gedenken Eva-Maria Buch, an dem ihr gewidmeten Stolperstein, den der Künstler Gunter Demnig hier vor ihrem Wohnhaus am 6. März 2009 verlegt hat.

 

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